Studieren ohne Generalisieren


Nachgelagerte Studiengebühren

Die weltbeste Bildung bedarf einer nachhaltigen Finanzierung, daher setzen sich die Liberalen Hochschulgruppen in Hessen für nachgelagerte Studiengebühren ein. Studenten die von akademischer Bildung profitieren, studieren erst einmal kostenfrei. Nach dem Abschluss und Aufnahme einer Erwerbstätigkeit entsteht bei Zahlungsunfähigkeit keine Zahlungspflicht . Die Zahlungspflicht greift erst ab einer gewissen Einkommensgrenze. Die Entscheidung über die Erhebung und Höhe von Studienbeiträgen sollte allein und eigenverantwortlich bei den Hochschulen liegen. Diese haben die Einführung und die Festsetzung der Höhe über Qualität und Gegenleistung zu begründen und zu verantworten. Die Akzeptanz der Studienbeiträge hängt im Wesentlichen von der Transparenz der Verwendung ab. Der Haushaltsplan der Hochschule so gestaltet sein, dass nachvollziehbar ist in welche Haushaltsposten und in welchem Volumen die Studienbeiträge fließen. Recht auf ärztliche Schweigepflicht
Die Liberalen Hochschulgruppen in Hessen bekennen sich für das Recht der Studenten auf die ärztliche Schweigepflicht. Die an den Hochschulen übliche Praxis, bei einer Prüfungsunfähigkeit die Offenlegung der Symptome und/oder den Namen der Krankheit, sowie ein Statement dazu, ob die Prüfungsunfähigkeit eine endogene Ursache vorliegt, zu verlangen, ist für uns Liberale nicht mit der ärztlichen Schweigepflicht vereinbar. Daher fordern die Liberalen Hochschulgruppen in Hessen die sofortige Einstellung dieser Praxis.


BAföG für alle

Wir sehen das BAföG als eine wichtige und notwendige Quelle der Studienfinanzierung an. Wir wollen finanzielle Unsicherheit bekämpfen, sodass sich die Studierenden ohne Geldsorgen voll auf ihr Studium konzentrieren können. Die Aufgabe des BAföGs sehen wir darin, Schulabgängern:

• eine Ausbildung entsprechend ihren Vorlieben und Fähigkeiten zu ermöglichen,
• zu gleichen Startchancen in einer von Wettbewerb geprägten Gesellschaft zu verhelfen,
• den Bildungszugang zu ermöglichen, um ihnen Mitwirkungsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft zu eröffnen

Die Höhe des BAföG-Satzes soll sich an der Studienrealität orientieren. Nach Beendigung des Studiums muss dann ab dem 1,5-Fachen Durchschnittsverdienstes die Summe zinsfrei, zu einem bestimmten Prozentsatz des Brutto-Monatseinkommens, zurückgezahlt werden. Der Betrag soll entsprechend des BAföG-Satzes gedeckelt werden. Wir fordern daher konkret:- ein elternunabhängiges BaföG-System

• keine komplizierten Anträge
• Abschaffung der wöchentliche Höchstarbeitszeit von 20 Stunden pro Woche
• Anpassung des Freibetrags nach der Inflationsrate
• Streichung der Altersgrenze für den Bezug

Außerdem lehnen wir Leistungsnachweise während der Regelstudienzeit ab. Im letzten Semester des Studiums muss allerdings ein Leistungsnachweis vorgelegt werden. Sollte es absehbar sein, dass das Studium innerhalb von 3 weiteren Semestern beendet wird, soll die finanzielle Unterstützung für diese Zeit weiter stattfinden. Keine Rundfunkgebühren für Studenten . Die LHG spricht sich gegen die Erhebung von Rundfunkbeiträgen insbesondere bei Studenten
aus.


Mehr Masterplätze

Mit einem Bachelor erfüllt man die Zugangserfordernis zu einem Masterstudium. Es darf nicht sein, dass fehlende Kapazitäten diesem entgegenstehen. Es müssen also erforderliche Maßnahmen zur Schaffung von mehr Masterplätzen getroffen werden.


Barrierefreiheit

Das Studium an einer deutschen Hochschule für Menschen mit körperlichen Behinderungen ist nach wie vor oft mit großen physischen Hürden verbunden. Die LHG setzt sich dafür ein, dass die Möglichkeit, auch nur Einzelner, zu studieren bei Zielkonflikten immer im Vordergrund stehen muss. Barrierefreiheit darf nicht gegen den Denkmalschutz ausgespielt werden.


Kinderfreundliche Hochschulen

Ganztägige Kinderbetreuung ist eine der zentralen Möglichkeiten für Universitäten, Studierende und Lehrpersonal mit Betreuungsverantwortung zu unterstützen. Dabei muss das Betreuungsangebot entsprechend konzipiert sein, dass es den kompletten universitären Arbeitstag, auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten, abdeckt. Eine solche Unterstützung kann essentiell für einen erfolgreichen und zeitgerechten Abschluss und die Ermöglichung einer wissenschaftlichen Karriere sein. Um diese zu ermöglichen, muss dieses Betreuungsangebot auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung stehen.


Prüfungsleistungen anonymisieren

Prüfungsleistungen erfordern eine neutrale und objektive Bewertung, zu oft spielen subjektive Faktoren eine Rolle. Wir fordern daher, dass Prüfungsleistungen, insbesondere Klausuren, anonymisiert werden. Ein mögliches Modell ist, den Namen durch die Matrikelnummer des Prüflings zu ersetzen.